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Sensoren noch nicht installiert: Kurpark Bad Meinberg bleibt nach CO²-Vorfall gesperrt

Der Kurpark und das Kurgastzentrum in Bad Meinberg bleiben bis auf Weiteres gesperrt. 

Stadt und Landesverband Lippe wollen laut Pressemitteilung ein dichtes Netz an Sensoren über den Kurpark legen, um permanent die CO2-Konzentration über dem Boden und in der Luft messen zu können. 

Lieferant mit Lieferengpass

Jetzt müssten erst noch die Punkte gefunden werden, an denen die Sensoren installiert werden. Außerdem klage der Lieferant über Lieferengpässe. 

 

Gemeinsame Pressemitteilung der Stadt Horn-Bad Meinberg und des Landesverbandes Lippe vom 26.03.2026:

Kurpark und Kurgastzentrum in Bad Meinberg bleiben bis auf Weiteres gesperrt 

Netz aus Sensoren soll zur Sicherheit der Besucherinnen und Besucher installiert werden 

 

Horn-Bad Meinberg, 26. März 2026. Der seit dem 4. März 2026 gesperrte Historische Kurpark und das Kurgastzentrum sind – mit Ausnahme der Praxen im Ballhaus – bis auf Weiteres nicht zugänglich. Die Stadt Horn-Bad Meinberg und der Landesverband Lippe arbeiten daran, den Park und das Gebäude so bald wie möglich wieder zu öffnen. Wegen notwendiger Anschaffungen ist eine Sperrung zunächst jedoch weiterhin notwendig. „Die CO2-Konzentration ist nach dem 4. März wieder auf das natürliche Niveau zurückgegangen. Um sicherzustellen, dass die Mofetten dicht sind, überwachen wir den Kurpark und das Ballhaus aktuell mit quasistationären Messgeräten, um bei einem erneuten Austritt schnell reagieren zu können“, erläutert Bürgermeister Michael Ruttner. Die Wahrscheinlichkeit, dass erneut CO2 austrete, sei gering, könne aber nicht ausgeschlossen werden. „Weil die Sicherheit der Besucherinnen und Besucher für uns oberstes Gebot ist, haben wir uns deshalb gegen eine generelle Öffnung entschieden“, fügt Ruttner hinzu. Stadt und Landesverband Lippe wollen über den Kurpark ein dichtes Netz an Sensoren legen, die permanent die CO2-Konzentration über dem Boden und in der Luft messen, und Warngeber, die bei erhöhten Konzentrationen Alarm geben. Erst dann möchten die beiden Partner den Park wieder freigeben. „Vergangene Woche wurde der Kurpark mit einer Drohne beflogen, um die Topografie des Geländes zu vermessen und die Punkte zu finden, an denen die Sensoren installiert werden“, berichtet Landesverbandsvorsteher Jörg Düning-Gast. Die Ergebnisse der Drohnen-Vermessung sollen Ende dieser Woche vorliegen, dann wird feststehen, wie viele Sensoren und Warngeber benötigt werden. Das Problem: „Der Lieferant klagt über Lieferengpässe wegen der Kriegshandlungen im Nahen Osten und der damit verbundenen Sperrung des Handelsweges ‚Straße von Hormus‘“, sagt Düning-Gast. Parallel laufen im Kurpark schon die Tiefbau- und Elektrikarbeiten an, um das Sensoren-Netz mit den Warngebern dann rasch installieren und ans Stromnetz anschließen zu können. Auch die Arbeit an den CO₂-Brunnen (Mofetten) geht voran. Derzeit erstellt eine Fachfirma ein Sicherheitskonzept für die Fortführung der Sanierungsarbeiten. 

„Sobald wir für beide Projekte – das Sensoren-Netz und die Mofetten – eine verlässliche Zeitplanung haben, werden wir die Bürgerinnen und Bürger zu einer Infoveranstaltung einladen, um unsere Vorgehensweise detailliert vorzustellen“, so Ruttner. 

 

Zum Hintergrund: Am Mittwoch, 4. März 2026, war rund um das Kurgastzentrum in Bad Meinberg ein erheblicher Austritt von Kohlendioxid (CO₂) festgestellt worden, nachdem die Warnanlage im Kurgastzentrum ausgelöst hatte. Beim Einsatz der Freiwilligen Feuerwehr Horn-Bad Meinberg, der Rettungsdienste, der Stadt und des Landesverbandes wurden Personen aus dem Kurgastzentrum gerettet und medizinisch versorgt. Der Historische Kurpark und das Kurgastzentrum sind seitdem geschlossen. Das CO₂ stammt aus dem natürlichen Gasvorkommen unterhalb des Kurparks. Der sogenannte Meinberger Dom ist eines der größten CO₂-Vorkommen in Europa. Die im Besitz des Landesverbandes Lippe befindlichen CO₂-Brunnen zur Druckregulierung bzw. Entnahme des Gases (Mofetten) werden seit Herbst 2025 untersucht. Der Landesverband hatte diese Arbeiten in Auftrag gegeben, um den Zustand der Mofetten zu beurteilen, sie gegebenenfalls zu sanieren oder zu verschließen. Die hinzugezogenen Fachingenieure und Geologen können nicht mit Sicherheit sagen, ob der CO₂-Austritt am 4. März 2026 durch diese Arbeiten verursacht wurde oder ob sich das Gas z.B. über Bodenspalten den Weg nach oben gesucht hatte. Die Praxen im Ballhaus waren ab dem 13. März 2026 wieder erreichbar. Aufgrund ihrer Bedeutung für die Gesundheitsversorgung der Bevölkerung hatte die Stadt diesem Anliegen eine besondere Priorität eingeräumt. Um den sicheren Zugang zu den Praxen von Hausarzt Dr. Dissmann sowie zur Ergotherapie im Kurpark zu ermöglichen, hat die Stadt ein entsprechendes Konzept erarbeitet. Patientinnen und Patienten erreichen die Praxen über den Haupteingang des Kurparks an der Allee. Von dort führt ein abgesperrter und entsprechend gekennzeichneter Weg direkt zum Ballhaus. Die Stadt weist darauf hin, dass bei einer Alarmierung das Gebäude sowie der Zugangsbereich unverzüglich über die gekennzeichneten Fluchtwege zu verlassen sind.