Kann jetzt jeder programmieren? Vibe Coding per Chatbot
22.12.2025
- Vibe Coding beschreibt die Möglichkeit, mit Sprachaufforderung an eine KI zu programmieren.
- Vibe Coding ermöglicht auch unerfahrenen Programmierern z.B. eine Website oder eine App zu programmieren.
- Das britische Online-Wörterbuch Collins Dictionary hat ‚Vibe Coding‘ zum Wort des Jahres gewählt.
„Haben Sie schon mal in zehn Minuten eine eigene Website gebaut, ohne auch nur einen Fetzen Code geschrieben zu haben? Oder eine App? "Vibe Coding" macht’s möglich – Coding per Chatbot.“
Timm Rotter in „Wieso Vibe Coding im Marketing ganz wichtig wird“ auf der Website von Werben & Verkaufen
Echter Hype oder Overhyped
„Vibe Coding ist unglaublich: Ab 2025 kann wirklich jeder programmieren – dank künstlicher Intelligenz“ schreibt ganz enthusiastisch das Online-Portal digital-magazin.de. „Die Revolution des Vibe Codings durch KI wird überbewertet“, bremst die Website von Bloomberg.com. Die Einschätzungen zu dieser recht neuen KI-Entwicklung gehen (noch) weit auseinander. Der Begriff selbst kommt von Andrej Karapathy. Der Mitbegründer von OpenAI und langjährige Leiter der Tesla-Autopiltot-Teams schreibt Anfang Februar auf X: „Es gibt eine neue Art zu programmieren, die ich „Vibe Coding“ nenne: Man gibt sich komplett den Vibes hin, akzeptiert exponentielles Wachstum – und vergisst, dass es den Code überhaupt gibt.“ Die KI übernimmt also das Programmieren. Der Mensch lässt sie machen, ohne genau zu wissen, was sie macht – wie Karpathy im gleichen Post schreibt: „Der Code wächst irgendwann über mein Verständnis hinaus.“ Das klingt für viele eher spooky, ist aber auch Beleg einer Veränderung im Umgang mit KI – wie das Collins Dictionary schreibt: Es wählte Vibe Coding zum Wort des Jahres, weil es „einen breiten kulturellen Wandel hin zu KI-gestützten Lösungen in allen Bereichen es Alltags wiederspiegelt“.
„Programmieren lassen“
Der Kerngedanke des Vibe Coding – die KI übernimmt einen Großteil der Codierung und erleichtert damit das Programmieren von Websites oder Apps. Programmiererinnen oder Programmierer kommunizieren dabei mit einer KI. Sie erklären ihr in einfachen Worten, wie die Website aussehen oder was das gewünschte Tool können soll. „Bau mir ein Tool, das mir meine Stromrechnung ausrechnet – und mache die Oberfläche so einfach wie ein Taschenrechner“, könnte eine solche Anweisung an die KI lauten. Die KI erzeugt dann selbstständig (oder im Dialog mit dem Nutzenden) einen entsprechenden Code, um das Tool zu bauen. Das häufig aufwendige und zeitintensive Programmieren soll so auf wenige Stunden reduziert werden. Programmieren wird so im Optimalfall zu einem kreativen Dialog zwischen Mensch und Maschine.
Vom Anfänger bis zum Profi
„Das Vibe-Coding kann vor allem unerfahrenen Programmierer:innen helfen, ihre Vision mit wenig Aufwand umzusetzen,“ schreibt das Tech-Magazin t3n. Die KI befähigt auch Nicht-Techniker, Websites, Apps oder Tools zu entwickeln. Eine Entwicklung, die schon Folgen zeigt. „Junge Softwareentwickler verlieren Jobs am schnellsten“, titelt das KI-Fachmagazin The Decoder. Es bezieht sich dabei auf eine Studie der Stanford University. Danach sind besonders Berufseinsteiger in Bereichen betroffen, „in den KI Aufgaben automatisiert und menschliche Arbeit ersetzt.“ Während Vibe Coding bei Job-Anfängern u.a. aus diesen Gründen sehr skeptisch gesehen wird, kann es die Arbeit erfahrener Programmierinnen und Programmierer auch erleichtern. Sie können mit der KI z.B. Codes überprüfen und schnell(er) kleine Fehler in Codezeilen ergänzen und ändern lassen. Auch wenn die Erfahrungen mit Vibe Coding also sehr unterschiedlich sind, hat sich innerhalb kürzester Zeit schon ein Vibe-Coding-Ökosystem entwickelt. Die Website digital magazin zählt schon über 50 Tools und Plattformen, die allein 2025 entstanden sind und sich um Vibe Coding-Aufgaben drehen.
Achtung: Vibe-Coding
„Vibe Coding ist kein Ersatz für Software Engineers,“ warnt das Frauenhofer Institut in seinem Blog. Es könne zwar als Beschleuniger funktionieren, könne Ideen voranbringen, aber es berge auch große Risiken. So bräuchte es immer einen Experten, um die KI-generierten Codes zu überprüfen und zu bewerten. Ein Beispiel für das Scheiten beim Vibe Coding beschreibt t3n: Danach berichtete ein User zunächst begeistert auf X von seiner großartigen, mit Vibe Coding erzeugten Software. Wenig später aber musste er einräumen, dass er zahllosen Cyberangriffen ausgesetzt war. Als Nicht-Programierer wusste er dann nicht, wo der Fehler in seiner Software zu finden war und wie er ihn beheben konnte. Das Frauenhofer-Institut sieht deswegen im Vibe Coding auch eine neue Herausforderung im Umgang mit KI: „ Es demokratisiert Entwicklung, beschleunigt Innovation – und stellt gleichzeitig neue Anforderungen an Qualitätssicherung, Kollaboration und Engineering-Ethik.“
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