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Tesero/Predazzo | Debakel nach Sturz: Deutsche Kombinierer vergeben Medaille

Daniel Karmann/dpa | Vinzenz Geiger stürzte im Langlaufrennen.

Olympische Winterspiele

Tesero/Predazzo (dpa) - Vinzenz Geiger schmiss seinen Stock wütend weg, dann fiel er in die tröstenden Arme von Johannes Rydzek. Das Olympia-Debakel der deutschen Nordischen Kombinierer ist perfekt. Trotz den nach dem Springen noch hervorragenden Medaillen-Aussichten blieben Rydzek und Geiger auch im abschließenden Team-Wettbewerb ohne Medaille und fielen von der Spitzenposition auf Rang fünf zurück. Für den Deutschen Skiverband ist es in dieser Disziplin die schlechteste Bilanz seit 1998. 

Am Ende fehlten im Teamsprint 1:06,1 Minuten auf Gold, rund 43 Sekunden auf Bronze. Bis zur achten Runde gehörte Deutschland, das mit 13 Sekunden Vorsprung gestartet war, zur Spitzengruppe. Dann stürzte Geiger zweimal, kollidierte mit einem Konkurrenten und verlor wichtige Zeit. 

Der Sieg ging an die Norweger Andreas Skoglund und Jens Luraas Oftebro vor den Finnen Eero Hirvonen und Ilkka Herola. Bronze holten sich die Österreicher Stefan Rettenegger und Johannes Lamparter.

Skispringen weckt Hoffnung auf deutsches Gold

Dabei hatten die beiden Oberstdorfer auf Gold-Kurs gelegen. Im dichten Schneetreiben von Predazzo sprang Rydzek am Vormittag 123 Meter weit. Geiger landete nach 122,5 Metern. Deutschland ging in Führung ins entscheidende Langlaufrennen. Im Teamsprint laufen zwei Athleten pro Mannschaft im Wechsel. Jeder Sportler absolviert fünf Runden, die jeweils 1,5 Kilometer lang sind.

«Ich glaube, dass wir das Springen gewinnen, damit hat niemand gerechnet», sagte Geiger an der Schanze. «Es ist noch nichts gewonnen. Es wird ein langes, hartes Rennen», ergänzte der 28-Jährige. «Der Johannes und ich werden alles reinhauen, was wir haben.» Mit einem Einbruch rechnete zu diesem Zeitpunkt noch niemand. 

Langlauf-Bronze von Rydzeks Schwester machte Mut

Rydzek berichtete von einem Gespräch vor dem letzten Auftritt. Man habe sich zusammengesetzt und gesagt: «Das ist nicht das, was in uns steckt. Das wollen wir heute zeigen. Einfach an uns glauben, an unser Können glauben.» Mut habe auch die überraschende Bronzemedaille seiner Schwester Coletta Rydzek mit Laura Gimmler tags zuvor im Langlauf gemacht.

Für Rydzek, der schon 2010 in Vancouver dabei war, sind es wohl die letzten Winterspiele. Es bleibt bei vier Olympia-Medaillen - zweimal Gold und je einmal Silber und Bronze. Geigers Sammlung besteht aus dreimal Edelmetall bei Olympia. 

Olympia-Zukunft der Kombination unklar

Ob noch welche dazukommen können, liegt nicht nur in seiner Hand. Noch ist unklar, ob die Nordische Kombination auch in vier Jahren in Frankreich noch zum Olympia-Programm gehört.

IOC-Präsidentin Kirsty Coventry machte sich im Val di Fiemme selbst ein Bild von der traditionsreichen Sportart. Unter anderem der Deutsche Olympische Sportbund will sich für den Verbleib der Disziplin bei Winterspielen einsetzen.

Die Entscheidung des Internationalen Olympischen Komitees darüber soll im Sommer fallen. Dann geht es auch darum, ob die Kombiniererinnen in Zukunft dabei sind. Ein Verbleib der Kombination im Programm ohne Frauen gilt als ausgeschlossen.

© dpa-infocom, dpa:260219-930-708826/2

Matthias Schrader/AP/dpa | Johannes Rydzek und seine Kollegen sprangen zuvor bei starkem Schneefall.

Daniel Karmann/dpa | Coletta Rydzek (l) und Laura Gimmler holten Bronze im Langlauf.