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Start in die Motorradsaison: Freiheit auf zwei Rädern

ADAC Südbayern-sl-pictures | Quelle: ADAC Südbayern-sl-pictures

Zwischen Freiheit und Risiko

So groß die Begeisterung auch ist, Motorradfahren bringt Risiken mit sich. Anders als Autos haben Motorräder keine Knautschzone. Ein Unfall, der im Auto nur einen Blechschaden verursacht, kann für Biker schnell zu Verletzungen führen. Gerade zu Beginn der Saison ist die Gefahr erhöht. Viele Fahrerinnen und Fahrer müssen sich erst wieder an ihr Motorrad gewöhnen. Hinzu kommen typische Frühjahrsprobleme wie Schlaglöcher oder Rollsplitt auf den Straßen.

Es gibt aber positive Entwicklungen: In Nordrhein-Westfalen ist die Zahl der tödlichen Motorradunfälle laut Verkehrsunfallbilanz zuletzt deutlich gesunken, um 47 Prozent von 86 Toten im Jahr 2024 auf 45 Tote im Jahr 2025. Gleichzeitig ist jedoch die Zahl der Unfälle mit leicht Verletzten gestiegen, um 18 Prozent.

Klar ist aber - jeder Unfall ist einer zu viel. Deswegen ist Unfallprävention wichtig.

Sicherheitstrainings und Prävention

Um das Risiko zu reduzieren, gibt es zahlreiche Angebote. Besonders bekannt sind die Fahrsicherheitstrainings des ADAC sowie kostenlose Unfall-Präventionsveranstaltungen der Polizei. Diese Termine bei der Polizei sind alles andere als trockener Frontal-Unterricht. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sind oft altersmäßig gemischt und von Sportmodellen bis zur Chopper ist alles dabei. Neben praktischen Übungen gehören auch gemeinsame Touren zu den Veranstaltungen. Dabei geht es nicht nur durch schöne Landschaften, sondern auch gezielt zu Unfallschwerpunkten, um Gefahren besser zu erkennen und zu verstehen, Beispiele aus NRW:


-         PoliTour, angeboten von unterschiedlichen Polizeidienststellen

-         Verkehrssicherheitstage

-         #sicherimStraßenverkehr

Auch während Motorradmessen oder vor und nach dem gemeinnützigen Motorradkorse von Biker4Kids gibt es Informationen zur Sicherheit und zur Unfallpräventionen.


Allgemein empfiehlt der ADAC Bikern das Motorrad vor der ersten Fahrt der Saison ordentlich zu reinigen und technisch zu checken: Undichtigkeiten, Batterie, Betriebsstoffe, Kette, Reifen sowie Bremsen.

Was der Autoverkehr beachten sollte

Ein wichtiger Punkt wird oft unterschätzt: In rund zwei Dritteln der Motorradunfälle tragen nicht die Biker die Schuld. Der ADAC-Sprecher Thomas Müther erklärt dazu:

„Autofahrer unterschätzen häufig das Tempo von Motorrädern und sehen sie wegen ihrer schmaleren Silhouette zu spät.“ Ein weiteres Risiko liege in einem technischen Unterschied zwischen Auto und Motorrad. „Vom Auto fahren sind wir es gewöhnt, dass der Blinker sich nach dem Abbiegen ausschaltet. Beim Motorrad muss das überwiegend manuell gemacht werden und das wird zu Beginn der Saison gerne vergessen. Das bedeutet, dass an Kreuzungen oder Einmündungen gefährliche Missverständnisse entstehen können.“

Es ist also wichtig, dass bei dem höheren Aufkommen an Motorradverkehr sowohl Vierräder als auch Zweiräder aufeinander achten.

Rücksicht beim Thema Lärm

Neben der Sicherheit spielt auch der Lärm eine Rolle. Auch hier richtet ADAC-Sprecher Thomas Müther sich an die Biker: 

„Wir appellieren in puncto Motorradlärm gerade in Ortschaften, Dörfern und auf lärmsensiblen Streckenabschnitten wirklich Rücksicht auf die Anwohnerinnen und Anwohner zu nehmen.“

Nachdem alle Sicherheitsvorkehrungen getroffen wurden: Euch eine schöne Saison, fahrt vorsichtig.

Autor: Sascha Faßbender