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Bergamo | Pleite in Bergamo: BVB scheitert in der Königsklasse

Federico Gambarini/dpa | Borussia Dortmund ist gegen Atalanta Bergamo aus der Champions League ausgeschieden.

Champions League

Bergamo (dpa) - Borussia Dortmund hat sich nach einem schwachen Auftritt frühzeitig aus der Champions League verabschiedet und drei Tage vor dem Bundesliga-Gipfel gegen Bayern München einen millionenschweren Rückschlag erlitten. Der BVB verspielte im Play-Off-Rückspiel bei Atalanta Bergamo erst zum zweiten Mal in der Vereinsgeschichte einen Zwei-Tore-Vorsprung und schied durch das 1:4 (0:2) aus.

Entscheidend war ein Elfmeter-Tor des gebürtigen Berliners Lazar Samardzic in der achten Minute der Nachspielzeit. Nach der Nutzung des Videobeweises entschied der Schiedsrichter auf Strafstoß sowie eine Gelb-Rote Karte für Dortmuns Ramy Bensebaini. 

Ein solches Aus war den Dortmundern im Europacup zuvor nur im Dezember 1987 gegen den FC Brügge passiert. Damals scheiterte der BVB nach einem 3:0 im Hinspiel durch ein 0:5 nach Verlängerung.

Dieses Mal sorgten Gianluca Scamacca (5. Minute), Davide Zappacosta (45.), Mario Pasalic (57.) und Samardzic schon in der regulären Spielzeit für das Aus des Bundesliga-Zweiten, der in dieser Verfassung kein ernsthafter Herausforderer für den FC Bayern ist. Das Tor von Karim Adeyemi (75.) sorgte für neue Hoffnung, war aber zu wenig.

Warnungen verpuffen früh

Dabei hatten die BVB-Verantwortlichen trotz des Zwei-Tore-Polsters aus dem Hinspiel eindringlich vor dem Tabellensiebten der Serie A gewarnt. «Das ist eine richtig gute Mannschaft. Wir müssen Gas geben und miteinander kämpfen», sagte Trainer Niko Kovac kurz vor dem Anpfiff. 

Auch Sport-Geschäftsführer Lars Ricken richtete einen eindringlichen Appell an die Mannschaft: «Wenn irgendjemand glaubt, dass wir in einer komfortablen Situation sind, kann das auch schnell ein böses Erwachen geben. Deshalb dürfen wir nicht in eine Passivität verfallen, sondern müssen aktiv nach vorn spielen.»

Davon war nichts zu sehen. Vielmehr war der Plan schon nach fünf Minuten gescheitert. Lorenzo Bernasconi wurde auf dem linken Flügel gut in Szene gesetzt, seine flache Hereingabe drückte Scamacca am langen Pfosten unbedrängt über die Linie. BVB-Torwart Gregor Kobel, der 60 Sekunden zuvor gegen Nicola Zalewski gerettet hatte, war machtlos.

Dortmund viel zu brav

Die frühe Führung beflügelte die Hausherren zusätzlich. Angetrieben von seinen heißblütigen Fans drängte Atalanta auf den zweiten Treffer, den Kobel bei einem weiteren Schuss von Zalewski (24.) mit einer Glanzparade noch verhinderte. 

Auch Kapitän Emre Can, der bei seiner Rückkehr gleich in der Startelf stand, konnte der Abwehr keine Sicherheit geben. Der 32-Jährige hatte seit Ende Januar wegen Adduktorenproblemen zuletzt fünf Pflichtspiele verpasst. Die einzige echte Chance in der ersten Halbzeit bot sich Julian Brandt, der mit einem Flachschuss an Bergamos Torwart Marco Carnesecchi scheiterte.

Bergamo bestraft Dortmunder Fehler

Ohne die Unterstützung seiner Ultra-Fans agierte der Bundesligist viel zu brav. Die organisierten Anhänger waren der Partie wegen behördlicher Maßnahmen im Vorfeld, die der Verein als «unverhältnismäßig» und zum Teil «willkürlich» kritisiert hatte, ferngeblieben. «Das ist für uns natürlich sehr bitter und sehr ärgerlich», sagte Kovac dazu. 

Wenige Sekunden vor der Pause musste der BVB-Trainer dann miterleben, wie Ramy Bensebaini einen Distanzschuss von Zappacosta unhaltbar für Kobel abfälschte. Nach dem Wechsel kam es noch schlimmer. Pasalic stand bei einer Flanke aus dem Halbfeld völlig frei und überwand Kobel per Kopf.

Wenige Minuten zuvor hatte Maximilian Beier die große Chance zum Anschluss vergeben, als er völlig frei nur den Pfosten traf. Viel mehr hatte Dortmund in der Offensive nicht zu bieten, auch wenn Adeyemi für Hoffnung sorgte. Ein Elfmeter in der Nachspielzeit brachte dann die Entscheidung.

© dpa-infocom, dpa:260225-930-736345/1

Federico Gambarini/dpa | Brachte Bergamo früh in Führung: Gianluca Scamacca.

Federico Gambarini/dpa | Kam kaum zum Zug: BVB-Stürmer Serhou Guirassy.

Federico Gambarini/dpa | Dortmunds Trainer Niko Kovac sah einen fehlerhaften Auftritt seiner Mannschaft.