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Neue Studie: sexueller Missbrauch von Kindern im Erzbistum Paderborn noch viel schlimmer als gedacht

Im Erzbistum Paderborn haben in den Jahren 1941 bis 2001 noch viel mehr Priester Kinder und Jugendliche sexuell missbraucht, als bisher bekannt. Das ist das Ergebnis einer neuen Studie, die die Uni Paderborn vorgestellt hat. Demnach gibt es jetzt Hinweise auf 210 Beschuldigte und knapp 500 Opfer.

 

Bisher galten für diesen Zeitraum 111 Priester als Beschuldigte. Laut der Studie wurde unter beiden damals amtierenden Kardinälen versucht, die Fälle zu vertuschen. Außerdem wurden demnach Opfer und deren Familien unter Druck gesetzt, Anzeigen zurückzuziehen. Betroffene Priester hätten bei einem Geständnis weiterarbeiten dürfen, wenn die Vorwürfe nicht öffentlich bekannt waren. Nach Angaben der leitenden Wissenschaftlerinnen der Studie glaubte den Opfern oft niemand. Vielen sei suggeriert worden, dass sie selbst schuld seien, heißt es. Nächstes Jahr soll es eine weitere Studie geben, die sich mit der Zeit bis 2022 befasst.